Naikan
Nai- Innen , kan- Schau
zu Ruhe kommen- Stille erleben- neue Klarheit entdecken-sich neu ordnen- neue Kraft mobilisieren

Diese Übung der Innenschau anhand der obigen drei Fragen, ermöglicht uns einen genaueren Blick auf das zu werfen, was tatsächlich Wesentlich für uns ist und was nicht.
Mit unseren Wahrheiten die wir uns im Laufe unseres Lebens im Denken sowie im Fühlen angeeignet haben, erschaffen wir das was wir in unserm Alltag erleben, im positiven wie im negativen.
Durch das Üben mit der Naikanmethode, bekommen wir einen wertfreien Blick auf das was sich in unserem Leben ereignet hat. Diese wertfreie Betrachtung dessen was wir erlebt haben, ist die Basis um das Wesentliche zu erkennen. Die Antwort auf die Frage nach dem Wesentlichen, kann also nur in uns Selbst liegen und auch nur dort gefunden werden. Nur wir Selbst können uns die Fragen beantworten nach denen wir suchen. Den alles was Wesentlich ist finden wir in uns, wir Selbst müssen uns auf diese Reise in unser Innerstes begeben um zu finden was wir suchen. Die Naikanübung mit den drei Fragen unterstütz uns auf dieser Suche, die uns mit angenehmen und auch unangenehmen Antworten überraschen wird. Aus diesen Erkenntnissen können wir unser Leben lang Kraft schöpfen, den das Wesentliche ist beides angenehm und unangenehm, es ist eine unerschöpfliche Quelle an Kraft deren Zugang wir mit Naikan finden können. 

Das klassische Naikan findet in Form eines Wochenretreats im Schweigen statt. Dies ist nötig um Abstand vom Alltag zu gewinnen und Ruhe zu finden. Dadurch wird es einfacher in einen tieferen Erinnerungsprozess einzutauchen. Man sammelt Erinnerungen die man zu einer Person in einem bestimmten Zeitabschnitt hat, und reflektiert diese dann mit den drei Fragen. Zu Beginn der Übung ist das meist die Mutter, beginnend im Alter von 0-6 Jahren. 

1.Frage: Was hat meine Mutter für mich getan?
2.Frage: Was habe ich für meine Mutter getan?
3.Frage: Wo habe ich meiner Mutter Schwierigkeiten bereitet?

Man hat ungefähr 1,5 Stunden für jeden Zeitabschnitt zur Verfügung. Am Ende der Periode gibt es ein kurzes Gespräch mit dem Naikanbegleiter. In dem Gespräch legt man den nächsten Zeitabschnitt fest, der meist 4 Jahre beträgt,  6-10,10-14 usw. bis zum heutigen Tag oder dem Tag an dem die Person verstorben ist. Dannach beginnt man mit der nächsten Person wieder beginnend von 0-6 Jahren. Es ist auch Möglich in Bezug auf Gruppen oder Themen, wie Gesundheit und Arbeitsplatz mit den drei Fragen zu reflektieren. 

Der Tagesablauf beim Naikan ist sehr strukturiert und klar gehalten. Es gibt drei mal am Tag ein warmes vegetarisches Essen das man zum Übungsplatz serviert bekommt. Genauso wird es wieder abserviert. Zusätzlich stehen Tee, Getränke und Obst zur freien Entnahme den ganzen Tag zur Verfügung.
Es gibt eine Arbeitsperiode am Vormittag bei der kleinere Arbeiten in der Küche und im Haus verrichtet werden und eine Duschperiode am Nachmittag. Der Übende hat sich um nichts weiter zu kümmern als seine Übung. 
So entsteht eine Atmosphäre der Ruhe und Geborgenheit die es Möglich macht in einen sehr tiefen Kontakt mit sich Selbst zu kommen, wie wir es im Alltag nie erreichen würden.  

Hat man einmal ein Wochennaikan geübt gibt es auch die Möglichkeit ein Wochenende oder ein Tagesnaikan zu machen. Je nach Institut kann man auch länger als eine Woche üben.



Geschichte von Herrn Ishin Yoshimoto und die Entstehung von Naikan:

Ishin Yoshimoto lebte von 1916 bis 1988 im alter von 72 Jahren. Er betrieb eine Firma die Kunstlederprodukte herstellte und wurde damit ein erfolgreicher Geschäftsmann. Neben der arbeit studierte er auch Kalligraphie, eine östliche Kunst des Schreibens. Seine Werke gelten nach wie vor als Kunstwerke von hoher Qualität.
Neben den wirschaftlichen und künstlerischen Aktivitäten war Yoshimoto Sensei ein Suchender auf dem spirituellen Weg. Als gläubiger Buddhist der Jôdo-Shin-Schule unterzog er sich im Lauf seiner spirituellen Praxis mehrere Male einer sehr strengen und Methode um 2echtes Vertrauen- Erleuchtung" zu finden. Die Übung mit der Bezeichnung "Mishirabe" wurde von einer buddhistischen glaubensgemeinschaft praktiziert, die als sehr streng galt und von den offiziellen Jôdo-Shin- buddhistischen Schulen abgelehnt wurde.
Diese Übung geht zurück auf den historischen Buddha Shâkyamuni, in der dieser Erleuchtung fand. Die Mishirabe- Übung verlangt, dass man sich unter Aufsicht eines Laienpriesters in Klausur begibt. Man war abgeschirmt von äußeren Reizen, allein in einem Raum, verzichtete auf Essen, Trinken und Schlafen für eine ganze Woche. die Aufgabe bestand in dieser Woche sich mit der Frage " Wohin gehe ich nach dem Tod" auseinander zu setzen, und man durchforschte sein Leben nach Situationen in denen man Liebe erfahren hat.
Sinn der Übung war es "echtes Vertrauen" zu entdecken, in seiner eigenen Wesensart die Erfahrung von tiefem, bedingungslosen Vertrauen gegen über sich selbst und dem Leben zu erfahren. Das hat zur Folge das man die allumfassende- unendliche, uns alle innenwohnende Natur der Dinge erfährt. Ziel war und ist es somit nicht etwaige Lebensformen nach dem Tod zu erforschen, sondern fordert die Übende auf den Sinn des Lebens zu ergründen.
Eine Woche ohne Essen, Trinken und Schlafen und nur eine Frage. Diese einfache beschreibung zeigt auch schon wie schwierig diese Übung ist. Ishin Yoshimoto machte es sich zur Lebensaufgabe "Mishirabe" umzugestalten, so dass der Weg zu echtem Vertrauen für alle Menschen zugänglich wird.
Herr Yoshimoto beendete seinen ersten Versuch von Mishirabe nach 4 Tagen. Vor dem zweiten Versuch 1936 schrieb er zuhause sein Testament und ließ dieses mit dem Worten: " Vielen Dank bis heute. diesmal gehe ich um den Weg um Vertrauen zu finden, bis ich Vertrauen bekomme." Auch dieser Versuch endete am 5 Tag erfolglos. Bei seinem 3 Versuch war er 21 Jahre alt. Sein Meister sagte jedoch: " Wenn sie gerettet werden wollen, gehen sie auf den Berg hinter dem Kasua-Schrein. Hören sie die Stimme vom Stein. Nur auf diese Weise können sie gerettet werden. Sie dürfen nicht mehr angelogen werden von sich selbst."
Ishin verabschiedete sich von seiner Mutter, und zog sich in eine Höhle auf dem Berg zurück. Die Höhle war tief und trotz Winter sehr warm. Man bemerkte nur den Wechsel von Tag und Nacht und man hörte den Regen. Wenn er in der nacht einschlief, dann wurde er immer von einem Tier geweckt- dafür bedankte er sich jedesmal. Am 7. Morgen deachte er sich:" Egal wie viele Tage ich weiter mache, ich kann es noch nicht schaffen." Die Empfehlung war 10 Tage zu Üben und so beendete er auch seinen 3. Versuch erfolglos. Mit dem Gedanken, dass der heutige Jôdo-Shin-Buddhismus die Menschen nicht retten konnte, sondern sich jeder Mensch sich selbst prpfen müsse, kehrte er nach Hause zurück. Als in sein Vater weinend bei seiner Ankunft bat, soetwas nie wieder zu machen, war er sehr berührt und entschuldigte sich bei seinem Vater.
Danach bekam Herr Ishin von seinem Meister die Auflage, das er erst wieder Mishirabe üben dürfe wenn sein Vater ihn schicken würde. Der weigerte sich jedoch und drohte sogar die Glaubensgemeinschaft zu verklagen. so zog er sich ihn die Kalligraphie zurück. Sein Lehrer in diese Kunst gab ihn den Rat zu heiraten und unabhänig zu werden.
Am 23. Mai 1937 heiratet er seine Frau Kinuko, die schon im März diesen Jahres die wahrheit gesehen hatte. Am 8. November 1937 begann er seine 4 Mishirabe Übung. Zuerst störte ihn ein ständig tropfender Wasserhahn. Dann bemerkte er aber das dieser Tropfen irgendwann ins Meer fließt, dann in die Luft und irgendwann an diesen Platz zurückkehrt. Dafür brauchte der Tropfen ununglaublich lange. Es wurde Herrn Ishin klar das wenn er dieses mal die Wahrheit nicht finden konnte müßte er in Billionen Jahren als Mensch wiedergeboren werden. Dann störte ihn der Tropfen nicht mehr. Am 12. November konnte er nur mehr mit Hilfe von 2 anderen Personen auf die Toilette. Er dachte:"Auch wenn alle Menschen gerettet werden, kann ich nicht gerettet werden. da spürte ich große Freude die ich weitergeben möchte. Ich wollte das alle Menschen gerettet werden. Das war am 12.November um 20.Uhr. Vor Freude konnte ich nicht schlafen. ein lang ersehnter Traum ging in Erfüllung, ich bekam ein neues Leben voller Freude."
Herr Ishin Yoshimoto hat an diesem Abend echtes Vertrauen gefunden - sein Geist war vollkommen erwacht.
Er erkannte das nur sehr wenige Menschen durch die sehr schwierige Übung Mishirabe Erleuchtung finden konnten und das auch viele Menschen denen es geglück war, diese Erfahrung im Alltag aber nicht integrieren konnten. Somit wurden diese Erkenntnise immer mehr verschüttet. ausserdem war die Übung sehr stark an einen buddhistischen Kontext gebunden und verlangte auch ein gewisses Verständnis für tiefe Glaubensfragen. Deshalb war Herr Ishin sehr bemüht eine Methode zu finden die für alle Menschen praktizierbar ist, lossgelöst von allen traditionellen Glaubensgemeinschaften. Er wollte eine Methode die es ermöglicht die Erkenntnise aus der Praxis in das tägliche Leben zu itegrieren und lebendig zu erhalten und das täglich e Handeln für sich selbst zu prüfen.
Eine Methode die Menschen das ganze Leben als Praxismöglichkeit begleiten kann und für jeden Menschen zugänglich ist waren die beiden Motivationen die zur Naikan- Methode führten. 
Führt die Entwicklung von Naikan in der heutigen Form benötigte Herr Ishin 30 Jahre. Um 1968 war Naikan- die Innere Beobachtung, in der Form ausgereift, wie sie heute besteht.